Was ist der Unterschied zwischen Social Recruiting und klassischem Recruiting?
Der Unterschied zwischen Social Recruiting und klassischem Recruiting liegt fundamental in der Art und Weise, wie Unternehmen mit potenziellen Bewerbern in Kontakt treten. Während klassisches Recruiting auf das Prinzip "Post and Pray" setzt – eine Stellenanzeige veröffentlichen und auf Bewerbungen hoffen – verfolgt Social Recruiting einen proaktiven, zielgerichteten Ansatz.
Klassisches Recruiting: Die traditionelle Methode
Klassisches Recruiting umfasst verschiedene etablierte Methoden der Personalgewinnung:
Jobbörsen und Karriereportale
Plattformen wie StepStone, Indeed oder Monster gehören zu den meistgenutzten Kanälen im klassischen Recruiting. Unternehmen schalten Stellenanzeigen und warten auf eingehende Bewerbungen. Die Kosten liegen typischerweise bei 500-1.500€ pro Monat für eine Anzeige, die Reichweite ist jedoch auf aktiv Jobsuchende beschränkt – das sind nur etwa 15-20% aller Arbeitnehmer.
Personalvermittler und Headhunter
Für spezialisierte Positionen oder Führungskräfte werden häufig Personalvermittler eingesetzt. Diese arbeiten auf Erfolgsbasis und berechnen typischerweise 15-25% des Jahresgehalts der vermittelten Person. Bei einem Jahresgehalt von 60.000€ bedeutet das Kosten von 9.000-15.000€ pro Einstellung.
Printanzeigen und Karrieremessen
Obwohl rückläufig, setzen einige Unternehmen noch auf Zeitungsanzeigen oder Präsenzen auf Karrieremessen. Diese Methoden sind kostenintensiv und bieten nur begrenzte Targeting-Möglichkeiten.
Social Recruiting: Der moderne Ansatz
Social Recruiting revolutioniert die Personalgewinnung durch die strategische Nutzung sozialer Netzwerke:
Aktive vs. passive Kandidatensuche
Der fundamentalste Unterschied: Social Recruiting erreicht nicht nur aktiv Jobsuchende, sondern auch die 70-85% der Arbeitnehmer, die zwar nicht aktiv suchen, aber offen für interessante Angebote sind. Diese "passiven Kandidaten" sind oft besonders wertvoll, da sie in ihren aktuellen Positionen erfolgreich sind.
Plattformspezifische Strategien
- LinkedIn: Ideal für B2B-Recruiting, Fach- und Führungskräfte, Executive Search
- Instagram: Perfekt für Employer Branding, junge Zielgruppen, kreative Berufe
- Facebook: Breite Reichweite, alle Altersgruppen, lokales Recruiting
- TikTok: Generation Z, Ausbildungsplätze, innovative Unternehmen
Direkter Vergleich: Kosten und Effizienz
| Kriterium | Klassisches Recruiting | Social Recruiting |
|---|---|---|
| Kosten pro Bewerbung | 50-200€ | 8-25€ |
| Zeit bis erste Bewerbungen | 3-8 Wochen | 7-14 Tage |
| Reichweite | 15-20% (nur aktiv Suchende) | 67% (alle Social-Media-Nutzer) |
| Targeting-Präzision | Gering bis mittel | Sehr hoch |
| Employer Branding Effekt | Minimal | Hoch |
| Messbarkeit | Begrenzt | Vollständig in Echtzeit |
Wann eignet sich welche Methode?
Die Wahl zwischen klassischem Recruiting und Social Recruiting hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Klassisches Recruiting bevorzugen bei:
- Sehr spezialisierten Nischenpositionen mit kleiner Zielgruppe
- Branchen mit geringer Social-Media-Affinität
- Positionen, bei denen Diskretion wichtig ist (z.B. Nachfolgeplanung)
Social Recruiting bevorzugen bei:
- Volumenrecruiting (mehrere ähnliche Positionen)
- Junge Zielgruppen (unter 45 Jahre)
- Positionen in wettbewerbsintensiven Märkten wie Berlin
- Unternehmen, die ihre Arbeitgebermarke stärken wollen
- Schnellem Personalbedarf
Die Zukunft gehört der Kombination
In der Praxis setzen erfolgreiche Unternehmen zunehmend auf eine Kombination beider Ansätze. Social Recruiting bildet dabei das Fundament für kontinuierliches Employer Branding und proaktive Talentakquise, während klassische Methoden für spezifische Anforderungen ergänzend eingesetzt werden. In Berlin, wo der Wettbewerb um Talente besonders intensiv ist, gewinnen Unternehmen mit einer gut durchdachten Social-Recruiting-Strategie einen entscheidenden Vorsprung.
Haben Sie weitere Fragen zu Social Recruiting?
Unsere Experten beraten Sie gerne in einem kostenlosen Erstgespräch.
Jetzt Termin vereinbaren