Was ist Social Recruiting und wie funktioniert es?
Social Recruiting bezeichnet die strategische Nutzung von sozialen Netzwerken und Plattformen zur Gewinnung neuer Mitarbeiter. Im Gegensatz zu traditionellen Recruiting-Methoden wie Jobbörsen oder Zeitungsanzeigen ermöglicht Social Recruiting die direkte Ansprache von Kandidaten dort, wo sie sich täglich aufhalten – auf Plattformen wie LinkedIn, Instagram, Facebook und TikTok.
Die Grundprinzipien des Social Recruitings
Social Recruiting basiert auf mehreren Kernprinzipien, die es von anderen Recruiting-Methoden unterscheiden:
1. Aktive Kandidatenansprache
Während klassische Stellenanzeigen darauf warten, dass Bewerber aktiv suchen, geht Social Recruiting den umgekehrten Weg. Unternehmen sprechen potenzielle Kandidaten proaktiv an – auch solche, die nicht aktiv auf Jobsuche sind. Diese sogenannten "passiven Kandidaten" machen laut Studien bis zu 70% der Arbeitnehmer aus und sind oft besonders qualifiziert.
2. Authentische Arbeitgeberkommunikation
Social Media ermöglicht es Unternehmen, ihre Unternehmenskultur, Werte und den Arbeitsalltag authentisch zu präsentieren. Durch Stories, Reels und Posts können potenzielle Bewerber einen echten Einblick in das Unternehmen gewinnen – weit über das hinaus, was eine klassische Stellenanzeige vermitteln kann.
3. Präzises Targeting
Die Werbeplattformen von Facebook, Instagram, LinkedIn und TikTok bieten hochentwickelte Targeting-Optionen. Unternehmen können ihre Stellenanzeigen gezielt an Personen ausspielen, die bestimmte Qualifikationen, Interessen oder demografische Merkmale aufweisen. In Berlin beispielsweise können Kampagnen auf bestimmte Stadtteile, Altersgruppen oder Berufsfelder eingegrenzt werden.
Wie funktioniert Social Recruiting in der Praxis?
Der Social Recruiting Prozess lässt sich in mehrere Phasen unterteilen:
Phase 1: Strategie und Zielgruppenanalyse
Zunächst wird definiert, welche Positionen besetzt werden sollen und welche Zielgruppe angesprochen werden muss. Für einen IT-Entwickler in Berlin wird eine andere Strategie benötigt als für Servicekräfte in der Gastronomie. Die Wahl der richtigen Plattform ist entscheidend: LinkedIn eignet sich hervorragend für Fach- und Führungskräfte, während Instagram und TikTok besonders effektiv für jüngere Zielgruppen sind.
Phase 2: Content-Erstellung
Authentischer, ansprechender Content ist das Herzstück jeder Social Recruiting Kampagne. Dies umfasst:
- Employer Branding Videos, die die Unternehmenskultur zeigen
- Mitarbeiter-Testimonials und Erfolgsgeschichten
- Behind-the-Scenes-Einblicke in den Arbeitsalltag
- Karriere-Posts mit klaren Benefits und Entwicklungsmöglichkeiten
- Interaktive Formate wie Umfragen oder Q&A-Sessions
Phase 3: Kampagnenaussteuerung
Die erstellten Inhalte werden als bezahlte Kampagnen auf den ausgewählten Plattformen ausgespielt. Dabei werden verschiedene Anzeigenvarianten getestet, um die beste Performance zu erzielen. Das Budget wird kontinuierlich optimiert, um maximale Reichweite bei minimalen Kosten pro Bewerbung zu erreichen.
Phase 4: Bewerbermanagement
Eingehende Bewerbungen werden systematisch erfasst und bearbeitet. Ein schneller Bewerbungsprozess ist entscheidend – im Social Recruiting sollte der Weg zur Bewerbung so einfach wie möglich gestaltet werden, idealerweise mit nur wenigen Klicks.
Vorteile von Social Recruiting gegenüber traditionellen Methoden
Social Recruiting bietet zahlreiche Vorteile:
- Kosteneffizienz: Mit 8-25€ pro qualifizierter Bewerbung ist Social Recruiting deutlich günstiger als Personalvermittler (20% Jahresgehalt) oder Jobbörsen (500-1500€ pro Monat)
- Geschwindigkeit: Erste Bewerbungen können bereits nach 7-14 Tagen eingehen
- Reichweite: 67% der Deutschen nutzen täglich Social Media – eine Reichweite, die mit keiner anderen Methode erreichbar ist
- Qualität: Durch präzises Targeting werden gezielt qualifizierte Kandidaten angesprochen
- Employer Branding: Jede Recruiting-Kampagne stärkt gleichzeitig die Arbeitgebermarke
Social Recruiting in Berlin: Besonderheiten des Standorts
Berlin als Startup-Hauptstadt und Innovationszentrum Deutschlands bietet besondere Voraussetzungen für Social Recruiting. Der Fachkräftemangel ist hier besonders spürbar – laut IHK Berlin fehlen der Stadt über 45.000 qualifizierte Fachkräfte. Gleichzeitig ist Berlin eine junge, digitalaffine Stadt mit hoher Social-Media-Nutzung. Dies macht Social Recruiting hier besonders effektiv.
Die Berliner Arbeitnehmer erwarten von potenziellen Arbeitgebern eine moderne, authentische Ansprache. Traditionelle Stellenanzeigen werden oft als veraltet wahrgenommen. Unternehmen, die auf Social Recruiting setzen, positionieren sich als innovative, zukunftsorientierte Arbeitgeber – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil im Kampf um die besten Talente.
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